Applaus brandete schon nach dem ersten Satz auf
Begeisterndes Konzert des “La Folia Barockorchester” im Mozartsaal des Schlosses
Schwetzingen. Ist barocke Musik etwas für sommerliche Temperaturen? Diese Frage ließ sich beim Konzert des „La Folia Barockorchester“ mit einem eindeutigen „Ja“ beantworten. Für die Konzertreihe „Faszination Hofmusik“ der Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik der Heidelberger Akademie der Wissenschaft hatte deren Leiterin Dr. Bärbel Pelker ein Programm mit dem Titel „Die Meister der Hofkapelle“ mit überwiegend unbekannten Kompositionen zusammengestellt.
Der Hof des Churfürsten Carl Theodor war bekannt für seine intensive Förderung des Musiklebens. Es wurden großartige Musiker eingeladen, und mit der Gründung der „Hofkapelle“ durch Johann Stamitz verfügte er über einen eigenen hochkarätigen Klangkörper. Sowohl Stamitz als auch die ihm nachfolgenden Kapellmeister waren nicht nur hervorragende Instrumentalisten, sondern gleichzeitig auch großartige Komponisten.
Den Beweis dafür erbrachte dieser Konzertabend im Mozartsaal des Schlosses. Mit der „Sinfonie G-Dur“ von Stamitz nahm das Konzert seinen Anfang. Kaum war begonnen, brandete der Applaus nach dem ersten Satz auf – was eigentlich nicht der Sitte entspricht. Es war allerdings auch ein furioser Einstieg, der die barocken Noten wie frisch poliert klingen ließ, sodass es unweigerlich in den Händen „juckte“.
Zur „Sinfonie periodique D-Dur“ von Carlo Giuseppe Toeschi stießen Blechund Holzbläser zu den Streichern und setzten hier besondere Akzente. Die „Sinfonie concertante Es-Dur“ von Ignaz Holzbauer bezog im „Andante grandioso“ ihren Reiz aus dem Zupfen der Saiten im Part der Streicher.
Sommerlich leicht, Expressivität ohne Hast durch die Partitur, das präsentierte „La Folia“ mit der „Sinfonie periodique D-Dur“ von Ignaz Fränzl. Georg Joseph Vogler schrieb die „Pantomime f-Moll“ nach Mozarts „Don Juan“ für vier Streicher. Die Streicher des Ensembles ließen musikalisch grandios den Helden durch die gesamte Gefühlspalette des Verführungskünstlers gleiten. Von verspielter Annäherung, einem ungeduldigen Warten bis hin zur hitzigen Leidenschaft bei einer erfolgreichen Verführung blieb dennoch ein leiser Hauch von Liebe spürbar.
Das herausragende Spiel des Ensembles unter der Leitung von Robin Peter Müller und die hinreißenden Interpretationen der Werkeließenerahnen, wie ein Sommerabend im Schloss nach dem Ende eines Konzertes zum Lustwandeln im Schlossgarten geradezu verführte.
Spannend durch das Unbekannte der Werke, alt und doch neu durch zeitgemäße Transponierung war es Barockmusik auf höchstem Niveau, präsentiert mit sommerlicher Leichtigkeit. Und diese Mischung war es, die das Publikum zu stürmischem Applaus – und eben nicht wie sonst nur am Ende – hinriss.
SABIN SIPOS // RNZ
So muß barocke Musik klingen!
Das Barockorchester “La Folia” trifft beim Konzert im Schloss mit “Die Meister der Hofkapelle” den Geschmack des Publikums
Wer glaubt, barocke Musik sei etwas Altmodisches oder gar Verstaubtes, den hätte das Konzert des Barockorchesters “La Folia” eines Besseren belehrt. Was dieses in seiner Besetzung wechselnde Ensemble zu Gehör brachte, ließ einen Sommer im Schwetzinger Schloss zu Zeiten von Churfürst Carl Theodor auferstehen.
An keinem anderen Fürstenhof dieser Zeit wurde das Musikleben so intensiv gefördert und brachte dabei exzellente Komponisten hervor wie hier. Mit der Gründung einer “Hofkapelle” durch Johann Stamitz verfügte der Churfürst dann auch über einen hochkarätigen Klangkörper, den Zeitgenossen ein “Paradies für Tonkünstler” nannten. Zwar hielt sich der Hof in den Wintermonaten in Mannheim auf, aber die Programmfolge dieses Abends mit Werken von Carlo Giuseppe Toeschi, Ignaz Holzbauer, Ignaz Fränzl und Georg Joseph Vogler, verhalf zu der Vorstellung, dass man in Erinnerung an diese Klänge auf den verschlungenen Wegen des Schlossparks lustwandelte.
Die Forschungsstelle “Südwestdeutsche Hofmusik” der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, die unter anderem höfische Kompositionen des 18. Jahrhunderts sammelt und archiviert, nannte den Abend aus der Konzertreihe “Faszination Hofmusik” “Die Meister der Hofkapelle”. Die genannten Komponisten hatten sich nicht nur in dieser Funktion, sondern auch als Musiker und Kapellmeister – nach Stamitz – einen Namen gemacht. Es waren überwiegend unbekannte Werke, die Dr. Bärbel Pelker, Leiterin der Forschungsstelle, ausgewählt hatte, von denen die “Sinfonie G-Dur” von Johann Stamitz den Anfang machte.
Das in seiner Besetzung wechselnde Orchester “La Folia” – zu den fünf Streichern stießen später jeweils zwei Holz- und Blechbläser – eröffnete die Sinfonie mit dem “Allegro”, das umgehend derart begeisterte, dass sich das Publikum nicht zurückhalten konnte und applaudierte – was man ja eigentlich zwischen einzelnen Sätzen nicht macht.
So hinreißend, dass es beinahe wie “frisch poliert” klang, setzte das Ensemble den Abend fort.
Blasinstrumente setzen Akzente
Bei der “Sinfonie periodique D-Dur” von C. G. Toeschi setzten die Blasinstrumente die besonderen Akzente. In der “Sinfonie concertante Es-Dur” von Ignaz Holzbauer rief das Zupfen der Streicher im “Andante grazioso” einen besonderen Reiz hervor. Mitreißend expressiv, jedoch ohne Hast, servierten die Musikerinnen und Musiker die “Sinfonie periodique D-Dur” von Ignaz Fränzl. Hierbei wurde das sommerlich Leichte, das im gesamten Programm dominierte, in der Interpretation besonders deutlich.
Das Thema “Don Juan”, das Mozart in seinem “Don Giovanni” aufgriff, veranlasste Georg Joseph Vogler zu seiner Komposition “Pantomime f-moll” für Streicher. Zwei Geigen, die Bratsche, das Cello und der Bass ließen “Don Juan” durch alle Höhen und Tiefen seiner Verführungsversuche durchleben. Leidenschaft, Ungeduld und erfolgreiches Werben, das dennoch einen spürbaren Hauch von Liebe durchscheinen ließ. Diese ganze Palette von Emotionen wurde hier grandios umgesetzt. Das Ensemble um seinen Leiter Robin Peter Müller machte mit seinen Interpretationen und seinem herausragenden Spiel aus diesem Konzert einen spannenden und doch sommerlich-leichten Abend.
SABINE SIPOS | SCHWETZINGER ZEITUNG
CD-Besprechung “The Vivaldi Files”
“Das die 12 Musiker und Musikerinnen des La Folia Barockorchesters historische Aufführungspraxis mit klangsinnlicher Spielfreude zu verbinden wissen, dürfte ihnen viel Sympathie einbringen. Der knackige Sound ihrer ersten CD springt einen jedenfalls förmlich an.
…tollkühn…ein ungewohnt warmtöniger und kecker Vivaldi Sound!”
BAYERN 4 KLASSIK | BAYERISCHER RUNDFUNK
CD-Besprechung “The Vivaldi Files”
“…da wird geräuschhaft geschrammelt, aber auch schön süß detachiert, und trotz faszinierender leiser Töne bleibt alles kristallklar. Extrem frech, extrem reizvoll. “
INGO WACKENHUT | MEIER ONLINE
CD-Besprechung “The Vivaldi Files”
“Die handwerklichen und stilistischen Mittel des Ensembles sind bei dieser Aufnahme überzeugend, weil rhythmische Belebung, überfallartige Musizierlaune, punktgenauer Spannungsaufbau und frech hingetupfte Akzente den vier Concerti (RV 559, 539, 537 und 560) ein frisches, aktuelles Flair verleihen. Der Hörer fühlt sich hineingezogen in das Verwandlungsspiel, aus dem heraus Vivaldi damals „sein“ lebenslustiges Venedig in ein prächtiges, tönendes Gewand hüllte.”
MANNHEIMER MORGEN
CD-Besprechung “The Vivaldi Files”
“Alle Attribute, die man von einer exzellenten Produktion einfordert, werden eingelöst. Ein insgesamt sehr frischer Klang, ein hohes Maß an Dynamik, weite Spannungsbögen und Mut zum Risiko. Das La Folia Barockorchester steht quasi vor den Lautsprecherboxen.”
GEORG WAßMUTH | SWR 2
“La Folia ist eine virtuose junge Truppe… Sie agieren äußerst lebendig und farbig, mit jugendlich vitalem, feurigem Elan und musikantisch beherztem Zugriff, dabei unbestechlich genau und spielerisch brillant.”
DIE RHEINPFALZ
“…bemerkenswert, wie genau sich Präzision und Spontaneität die Waage hielten, wenn das Kammerorchester klangbewusst auftrumpfte, um stilsicher die barocken Affekte auszuspielen. Spannend und von unmittelbarer Wirkung. “
MANNHEIMER MORGEN
“…Klangfülle und Farbenpracht in beträchtlichem Ausmaß. Die dynamische Skala des Ensembles reicht vom gewaltigen Klanggewitter bis zu Flüstertönen in hauchzarten Pianissimo-Regionen…Last not least sind die jungen Musiker brillante Virtuosen, die ihren Vivaldi elegant, pfiffig und bravourös servierten.”
DIE RHEINPFALZ
“…ein Leckerbissen…von genialer spielerischer Reife, packender Spielfreude und meisterhafter Beherrschung…”
SCHWARZWÄLDER BOTE
“Die virtuosen Musiker rissen die Zuschauer zu Beifallsstürmen hin!”
PFORZHEIMER ZEITUNG
“…eine beeindruckende Mischung aus Spielfreude, Perfektion und Klarheit…die jungen Musiker erzeugten mit ihren rasanten, wirbelnden Tonkaskaden eine elektrisierende Atmosphäre… kontrollierte Ekstase und Bewegtheit…ein Konzerterlebnis von höchster Qualität!”
OVB

